Mittelmeer-Feeling: Die Weindörfer zwischen Sinzig und Altenahr Foto © Dominik Ketz
Mittelmeer-Feeling: Die Weindörfer zwischen Sinzig und Altenahr Foto © Dominik Ketz

Mittelmeer-Feeling: Die Weindörfer zwischen Sinzig und Altenahr

Mediterranean feeling around the corner
Warum ist es an der Ahr so schön? Das fast schon mediterrane Klima lockt jedes Wochenende viele Bonner in die Weindörfer zwischen Sinzig und Altenahr.

Erschienen in Hallo Bonn! Das Bonner Bürger-Buch Ausgabe 2019

Dass es am Rhein schön ist, weiß der Rheinländer natürlich nur zu gut. Dennoch pilgern die Städter aus Köln und Bonn jedes Wochenende in Heerscharen nach Altenahr, Walporzheim, Bad Neuenahr oder Dernau: Das kleine Flusstal der Ahr ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Großstädter in der Region. Der Weg aus der Bundesstadt ist denkbar kurz: Gerade einmal eine halbe Stunde benötigen Erholungssuchende aus dem Bonner Stadtzentrum zum Beispiel in das romantische Weinörtchen Dernau. Wer vom Ausbauende der Autobahn A565 den Weg über Alteheck ins Ahrtal gefunden hat, der fühlt sich urplötzlich in eine andere Welt versetzt. Gerade eben war man noch zwischen weiten Feldern unterwegs, hat ein kleines Waldstück passiert, da weitet sich plötzlich die Landschaft und ein mediterran wirkendes Tal mit je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Farben schillernden Weinbergen begrüßt den Besucher.

Und tatsächlich setzt das lokale Mikroklima dem ja ohnehin schon nicht gerade als Kältekammer bekannten Rheinland noch eins drauf: Gut geschützt vor den kalten Westwinden bot das nur rund 50 Kilometer lange Flusstal bereits den Römern ideale Vorrausetzungen um sich auch nördlich der Alpen heimisch zu fühlen: Davon legen auch heute noch zahlreiche Relikte Zeugnis ab: Das Örtchen Ahrweiler bildet heute mit dem mondänen Bad Neuenahr einen Doppelort. Direkt am Rande der Weinberge, die sich nördlich dieses heimlichen Zentrums des Tals erstrecken, kann man in einem schönen Museum die Überreste einer alten römischen Villa besichtigen.
Und überhaupt: Neben Rotwein und mildem Klima warten historische Zeugnisse und alte Sagen neben fast jedem Rebstock. Da ist die Mär vom Teufelsloch, das entstanden sein soll, weil der weinselige Belzebub seine Großmutter durch den schmalen Gebirgskamm der Flussschleife bei Altenahr geworfen haben soll. Nicht ganz so alt, wie das durch eine Laune der Natur entstandene Felsenfenster ist hingegen die „Bunte Kuh“. Die markante Felsnase neben dem gleichnamigen Wirtshaus ist erst bei Sprengarbeiten zum Straßenbau im 19. Jahrhundert entstanden. Weil aber Alkohol bekanntlich die Phantasie anregt, erzählen die Menschen von der Ahr ihren Besuchern gerne die unterschiedlichsten Geschichten zu ihrer Entstehung: Die reichen von Raubrittern, die dank der läutenden Kuhglocken von ihrem unrechtmäßigen Tun abließen, bis hin zu französischen Soldaten, deren Weinlob „bon de gout“, also von gutem Geschmack, sich zu dem farbigen Wiederkäuer
abgeschliffen haben soll.

Diese Flagge sehen Sie, wenn nachfolgen ein Text auf Englischer Sprache zu lesen ist.

Why is it so beautiful at the Ahr? The almost Mediterranean climate attracts every weekend many Bonner in the wine villages between Sinzig and Altenahr.
Of course, the Rhinelander knows that it is beautiful on the Rhine. Never-theless, the city dwellers from Cologne and Bonn make a pilgrimage every weekend to Altenahr, Walporzheim, Bad Neuenahr or Dernau: The small river valley of the Ahr is one of the most popular destinations for big city dwellers in the region.
The way out of the federal city is conceivably short: Just half an hour or so, holidaymakers from Bonn‘s city centre need, for example, to the romantic wine town of Dernau. Anyone who has found their way from the end of the A565 motorway via Alteheck to the Ahr valley feels suddenly transported to another world. Just then you were still traveling between wide fields, has passed through a small piece of woodland, as suddenly the landscape widens and a Mediterranean-looking valley with depending on the season in different colours dazzling vineyards welcomes the visitor.

And in fact, the local microclimate does not add much to the already well-known Rhineland cold chamber anyway. Well protected from the cold west winds, the only 50 km long river valley offered the Romans ideal conditions to feel at home even north of the Alps. Many relics bear witness to this today: The village of Ahrweiler is today a double village with the fashionable Bad Neuenahr. Right on the edge of the vineyards that extend north of this secret centre of the valley, you can visit the remains of an ancient Roman villa in a beautiful museum.

And anyway: In addition to red wine and a mild climate, historical testimonies and old legends await almost every vine. There is the myth of the Devil‘s Hole, which is said to have come into being, because the vile Belzebub should have thrown his grandmother through the narrow ridge of the river loop at Altenahr. Not quite as old as the rock window created by a whim of nature is the „colored cow“. The striking rock outcrop next to the tavern of the same name was first created during blasting work on road construction in the 19th century. But because alcohol is known to stimulate the imagination, people from the Ahr like to tell their visitors the most varied stories about their creation. These range from robber barons who, thanks to the ringing cowbells, let go of their unlawful activities, to French soldiers whose wine praise „bon de gout“, that is, of good taste, is said to have been ground down to the colored ruminant.

Lesen Sie auch Teil 2 unseres Magazins Hallo Bonn! Das Bonner Bürger-Buch Ausgabe 2019 

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