Fans auf der Tribüne
Die Gegengerade ist als Alternative zur überdachten Haupttribühne bei den Fans sehr beliebt Foto © Boris Hempel

Nicht „Nur der BSC“

Um spannenden Fußball zu sehen, muss man nicht in die umliegenden Städte fahren. Und der Basketball ist ohnehin in der Bundesstadt zu Hause.

Erschienen in Hallo Bonn! 2go – Ausgabe 02 / 2018

„Nur der BSC“ ist ein Claim des größten und hochklassigsten Fußballclubs in Bonn. Natürlich gibt es in der Bundesstadt noch zahlreiche weitere Fußballvereine, aber wer spannende Partien sehen will, ohne den Weg in die größeren Nachbarstädte antreten zu müssen, ist im Stadion am Sportpark Nord bestens aufgehoben. HalloBonn!2go sprach mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Pressesprecher des Vereins Michael Pieck über die Faszination Regionalliga.

HB!2go: Herr Pieck, wer erstklassigen Fußball sehen will muss ja dank des Abstiegs des 1.FC in unserer Nachbarstadt Köln mittlerweile etwas weiter fahren. Wer nun trotzdem nicht nach Leverkusen oder gar Düsseldorf will, kann aber auch in der Bundesstadt spannenden Fußball erleben, oder?

Michael Pieck: Stimmt, der Bonner SC bietet ehrlichen Fußball in der Regionalliga, der vierten Klasse in Deutschland. Hier kicken noch Amateure, durchaus ambitioniert und engagiert, die aus der Region stammen und Fußball noch als Mannschaftssport begreifen, der begeistert. Profis können wir uns aber beim Bonner SC noch nicht leisten. Ferner setzen wir auf unsere erfolgreiche Jugendarbeit; wir haben zur neuen Saison vier Jugendspieler aus der eigenen U19 hochgezogen.

HB!2go: Die Chancen mal erstklassig zu werden, sind aber trotzdem eher theoretisch?

Pieck: Wir wollen natürlich mittelfristig weiter nach oben, aber dafür müssen wir zunächst an den Rahmenbedingungen arbeiten. Wir reden beim Bonner SC von einem knapp siebenstelligen Budget für den gesamten Verein; die Spitze in der Regionalliga hat mindestens das vier- oder fünffache. Von den reinen Profiklassen ganz zu schweigen. Aber wir wollen nicht klagen, sondern uns stetig und nachhaltig weiter entwickeln. Da haben wir in den vergangenen Jahren schon viel erreicht und uns zur fußballerischen Nummer eins in Bonn und der Region gemausert. Gerade in der kalten Jahreszeit können auch unsere Futsaler eine Alternative beziehungsweise Ergänzung sein.

HB!2go: Futsal? Nie gehört. Was ist das denn?

Pieck: Futsal ist der offizielle Hallen- und Kleinfeldfußball der Fifa. Gespielt wird mit einem sprungreduzierten Lederball und ohne Banden, was den wesentlichen Unterschied zum bisherigen Hallenfußball ausmacht. Die Sportart hat in Brasilien schon lange Tradition, in Deutschland hingegen ist sie noch nicht so bekannt, doch das Interesse nimmt weiter zu. Unsere Bonner SC Futsal Lions spielen in der Regionalliga West, der höchsten deutschen Spielklasse.

HB!2go: Was gibt es denn in der aktuellen Saison an Neuigkeiten?

Pieck: Mit unserer Aktion „Der 12. Mann“ wollen wir die Gegengerade bei den Spielen im Sportpark Nord wieder füllen. Als Alternative zur überdachten Haupttribüne bieten sich die Stehplätze auf der Gegengerade an. Leider sind die Kosten für Sicherheitsdienst, Personaleinsatz, Catering etc. im Vergleich zum bisherigen Zuschaueraufkommen sehr hoch, so dass wir in den vorherigen Spielzeiten die Gegengerade nicht bei allen Spielen öffnen konnten. Bei der Finanzierung sollen maximal 12 Fußballkneipen oder Sportbars gefunden werden, die Tickets für die Gegengerade pro Heimspiel erwerben und für 100 Euro pro BSC-Heimspiel exklusiver Partner des BSC für die Gegengerade werden.


Nur der BSC:

Die Heimspiele in der Regionalliga West trägt der Bonner SC im Stadion des Sportpark Nord aus. Die überdachte Haupttribüne dort bietet mit 2.628 Sitz- und 2.496 Stehplätzen genug Platz für zahlreiche Heim- und Gästefans, die die Spiele von zwei voneinander getrennten Blöcken verfolgen können. Die Stehplatztribüne auf der Gegengerade bietet weitere 5.040 Stehplätze. Bei einigen Spielen steht die Stehplatztribüne ausschließlich den Gästen zur Verfügung. Heim- und Gästefans erreichen die jeweiligen Sitz- und Stehplatzbereiche über verschiedene Eingänge.

Eintrittspreise Regionalliga West Saison 2018/2019
Sitzplatz 15,- € (12,- € ermäßigt), Stehplatz 10,- € (8,- € ermäßigt)

Die Telekom Baskets:

Am dritten Oktober um 18 Uhr beginnt mit der Partie gegen die Löwen Braunschweig für die Telekom Baskets das erste Heimspiel der kommenden Saison. Acht Mal in den vergangenen 20 Jahren standen die Bonner Basketballer in einem Finale zu Meisterschaft oder Pokal. Damit zählen die rheinischen Hünen zu den erfolgreichsten Mannschaften in Deutschland. Fünf Mal war der Bonner Verein Vizemeister, drei Mal Vize-Pokalsieger. Publikumsmagnete der aktuellen Saison sind neben der „Mutter aller Spiele“ gegen den Erzrivalen ALBA Berlin am 10. Februar 2019 sicherlich auch das Weihnachtsspiel gegen RASTA Vechta am zweiten Weihnachtstag und das Karnevalsspiel gegen Ratiopharm Ulm am 2. März 2019.

Zum Kader gehören mit Josh Mayo, Yorman Polas Bartolo und TJ DiLeo gleich drei Allstars, wie Spieler genannt werden, die aufgrund ihrer Bekanntheit oder Leistung von den Fans in diesen Kreis gewählt wurden. Die Baskets sind für ihre Nachwuchsarbeit bekannt: So richtet sich der KidsClub mit monatlichen Aktionen an alle kleinen Fans von null bis zwölf Jahren und bei der „Grundschul Challenge“ die aktuell in ihre zweite Saison geht, fiebern Schüler, Eltern und Lehrer von 31 Bonner Schulen mit den Nachwuchs-Basketballern mit.

Bonn ist Basketballstadt: Im April 1995 schlug die Geburtsstunde der Telekom Baskets; der avisierte Aufstieg in die erste Basketball-Bundesliga gelang bereits in der ersten Saison. Hier entstand auch die berühmte sportliche Rivalität der Bundes- mit der Hauptstadt: 1997 mussten sich die Rheinländer, die als Aufsteiger auf Anhieb das Finale erreicht hatten, nach langem Kampf gegen Alba-Berlin geschlagen geben. Diese „Mutter aller Spiele“ ist jedes Jahr eines der publikumsstärksten der Liga. Seit 2008 werden die Heimspiele im Telekom Dome in Duisdorf ausgetragen, die Halle bietet Platz für 6.000 Fans. Zwei Clubs, „Die Fans – Defense“ und der „Supporters Club Bonn“ unterstützen die Spieler dann von den Rängen aus. Traditionell finden sich unter den Zuschauern viele Kinder und Jugendliche, die sich vor allem bei den Supportern organisieren.


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